Konsul Treffen 2011 vom 01.07. bis 03.07.2011 in Regen Horst Heiler
Anlässlich des alljährlich stattfindenden NSU Konsul Treffens, waren wir die Gäste des Konsulfahrers Stefan Goepfert und des Wirts Horst Zitzelsberger im Berggasthof Hinhart in Regen im Bayerischen Wald. Der Wirt hatte sich schon längst vom Stefan anstecken lassen und sucht schon seit einiger Zeit selbst eine Konsul. Was lag näher, als die Konsul Gemeinde in den Bayerischen Wald zu locken. Einige von uns nutzten die Gelegenheit und waren schon Tage zuvor im Gasthof oder dann in umliegenden Quartieren untergebracht. Wer Freitags erst anreiste, den konnte das extrem saumäßige Regenwetter schon richtig abschrecken. Am Samstag sah es zunächst aber auch nicht vielversprechender aus. Ein mancher, der auf eigener Achse angekommen war, wollte sich nicht schon wieder ertränken lassen und blieb in der Gaststube. Jochen Nausch aus Zwiesel, machte auf seiner Konsul den Scout. Er führte uns gekonnt durch den Bayerischen Wald. Wer mitgefahren ist, der weiß das ja - wir hatten nur einen kurzen Regenschauer, die ganze Ausfahrt über.
Die gefahrene Tour ging über Burg Weißenstein, Gläserner Wald nach Solla zum Hexenkessel von Loh, wo am letzten Januarwochenende immer das Elefantentreffen stattfindet. Von dort aus fuhren wir nach Tittling zum Museumsdorf Bayerischer Wald. Hier konnte sich jeder ein Bild davon machen, wie die Leute der Gegend früher gelebt haben. Nach einer Mittagspause im Museumsrestaurant stand die Weiterfahrt an den Nationalpark Bayerischer Wald an. Hier war die besondere Attraktion ein Baumwipfellehrpfad zum Baumei, 45 Meter über den Bäumen mit einer grandiosen Rundumsicht über sämtliche Bayerwaldgipfel. Bei der Weiterfahrt, über die Glasmacher Orte Spiegelau und Frauenau, ging's nach Zwiesel und über Langdorf wieder zurück zum Berggasthof Hinhart in Regen. Gerade rechtzeitig zum wiedereinsetzenden Regen.
Am Abend fanden sich Konsulisten am Braten und Haxenbüffet im Berggasthof ein. Es wurde das Konsul Lied gesungen und Geschichten, Begebenheiten, Storys, die man in der Jugend oder erst vor kurzem mit der Konsul erleben durfte, ausgegraben. Wir freuten uns, dass wieder einige "Neue" hinzugekommen waren. Und man gab uns zu verstehen, dass wir unsere Konsul nächstes Jahr zum Treffen wieder einmal in die Eifel schaffen sollen. Irgendjemand kam sogar die Erkenntnis, dass es die NSU-Konsul in diesem Jahr seit 60 Jahren gibt ... (Ohhhhh ... eine Runde Mitleid .... wir hatten fast vergessen dies gebührend zu feiern). Und (!) Rolf Lehner meinte, dass wir vor zwanzig Jahren das erste NSU-Konsul Treffen veranstalt hatten ...
Zur Historie des NSU Konsul Treffens
Nach dem Treffen schrieb mir Rolf: »Nur am Rande: für die Rückfahrt vom Treffen brauchte ich 8,5 Stunden im Dauerregen mit 3x Trockenlegen (Hinfahrt 5 Stunden). Es war wie in den 50er Jahren. Anbei die Einladung von 1991 ...«
Rolf hatte weiter recherchiert und meldete: »Vor 3 Tagen hatte ich noch ein Gespräch mit Silke Pröhl (bei Wolfsburg), weil sie mir in Regen erzählt hat, sie hätte einen Aufschrieb mit den Daten der bisherigen Treffen. Dabei erwähnte sie, dass sie von Erich Krinke folgende Information hätte: Treffen St. Leon, Spargelhalle 1990 und Treffen St. Leon, Spargelhalle 1991. Von 1992 wusste sie nichts und dann hatte sie 3x Buch am Wald. Eineindeutig ist aber lt. Anlage das Treffen 1991 am Feuerwehrhaus. Wo liegt der Hase im Pfeffer??? Vielleicht kriegst Du doch noch Licht ins Dunkel.« Rolf hatte eine fast vollständige Liste der Treffen von 1991 bis heute erarbeitet und beigefügt, die nur unwesentlich zu korrigieren war.
Okay, dann graben wir halt selbst mal nach, sagte ich mir. Und siehe da, mein Gedächtnis sowie eine Schublade im Wohnzimmerschrank legten einiges offen. Unser erstes Treffen war tatsächlich schon 1990. Nach einem vorherigen, missglückten Versuch mit meinem örtlichen Oldtimer Club (Termin war versehentlich auf das jährlich stattfindende Fischerfest gelegt) - hatte ich dann 1990 die Sache selbst in die Hand genommen und mit Hilfe von Freunden ganz klein begonnen: Im Rahmen eines DRK Ortsfestes im Feuerwehrhaus in meiner Heimatgemeinde St. Leon-Rot, wo uns das DRK Verpflegung und Feldbetten zur Übernachtung bereitstellte. So machten wir das auch nochmals 1991, wo Rolf Lehner mit Frau im Auto und die Konsul auf dem Hänger erschienen war, weil er damals mit der Zündung nicht klarkam. Seine Konsul bekam vor Ort die nötige Hilfe ... Im Jahr darauf (1992) hatte ich das Konsul Treffen als Highlight in meine Ausstellung "CUSTOM & CLASSIC MOTORRÄDER" (die ich seit 1991 veranstaltete) in der Spargelhalle in St. Leon-Rot integriert. NSU Händler Uwe Hammel und Hans-Gert Matthes (RIP) hatten Stände vor Ort und jeder Konsulfahrer (mit Begleiter) hatte freien Eintritt. Das Konzept wurde kritisiert und ich einigte mich mit Wolfgang Forster, der 1993 dann das Treffen zusammen mit Stefan Zorn und dessen Freundin im Fränkischen Buch im Wald durchführte. Wie es weiterging seht ihr auf der unten einfügten Liste.
Heute ist unser Konsultreffen zu einer Veranstaltung mit internationaler Beteiligung herangewachsen. Okay okay, Das 20ste Jubiläum ist verpasst, peilen wir halt das 25ste Jubiläum im Jahre 2015 an.
| Konsul-Treffen von 1990-2011 | ||
| Jahr | Ort | Ausrichter |
| 1990 | St.Leon-Rot (bei Heidelberg) am Feuerwehrhaus, Bewirtschaftung durch das Rote Kreuz | Horst Heiler |
| 1991 | St.Leon-Rot (bei Heidelberg) am Feuerwehrhaus, Bewirtschaftung durch das Rote Kreuz | Horst Heiler |
| 1992 | St.Leon-Rot / Baden-Württemberg, Custom & Classic Motorradausstellung, Spargelhalle | Horst Heiler |
| 1993 | Buch am Wald / Mittelfranken | Kerstin Bach/Stefan Zorn/Wolfg.Forster |
| 1994 | Buch am Wald / Mittelfranken | Stefan Zorn, Wolfgang Forster |
| 1995 | Buch am Wald / Mittelfranken | Stefan Zorn, Wolfgang Forster |
| 1996 | Neuburg a.d. Donau Mittelfranken | Heinz Scharf |
| 1997 | Reichelsheim / Odenwald | Walter Krämer |
| 1998 | Burg Ehrenberg, Heinsheim (bei Bad Rappenau ) | Freiherr von Racknitz / Hans Gert Matthes / Walter Krämer |
| 1999 | Lauchheim / Ostalbkreis bei AA | Wilhelm Heuschmid |
| 2000 | Burg Ehrenberg, Heinsheim (bei Bad Rappenau ) | Freiherr von Racknitz / Walter Krämer |
| 2001 | Michelstadt-Rehbach / Odenwald | Walter Krämer / Horst Heiler |
| 2002 | Usingen / Taunus | Günther Bruer / Norbert Jung |
| 2003 | Speyer / Rheinland Pfalz, am Technikmuseum | Horst Heiler / Erich Krinke |
| 2004 | Mindelheim / Allgäu | Brigitte & Herbert Beckenbauer |
| 2005 | Neckarsulm / Baden Württemberg | Anton Trabold & Ottmar Brunn |
| 2006 | Wolfsburg / Nordrhein Westfalen | Silke & Hans Pröhl |
| 2007 | Gunderath / Eifel | Peter Held, Niko Wagner, Christoph Missy, Wolfgang Schneider |
| 2008 | Reinhardshagen / Weserbergland | Petra & Georg Blume mit Alex |
| 2009 | Fröndenberg / Unna | Friedrich Helfer & Günther Berglar |
| 2010 | Badenweiler / Schwarzwald | Sandra & Martin Bünz |
| 2011 | Regen / Bayrischer Wald | Stefan Goepfert & Horst Zitzelsberger |
2010 - Die Konsulfamilie in Badenweiler
oder
Eine Ausfahrt schweißt zusammen
vom Martin Bünz
Da stehen sie nun vor mir oder vielmehr unter mir auf dem Hofplatz des Hotel
Siegle, denn Sandra und ich halten unsere Begrüßungsrede vom Balkon aus.
Es ist Freitagabend der 19. Juni 2010 : Für das Wiedersehen der Konsulaner
hat sich rechtzeitig die Sonne eingestellt und der Himmel zeigt einige
Schäfchenwolken.
Den ganzen Tag hatte es Bindfäden geregnet und Deutschland zu allem
Überfluss 1:0 gegen Serbien verloren.
Sie sind wieder von überall angereist. Keine Ecke aus Deutschland schien zu
weit.
Dörte und Günther, mitsamt ihrem Spitz und dem Konsulgespann, sind aus dem
hohen Norden gekommen. Meine alte Heimat. Wieder die weiteste Anreise.
Der Franz Huber ist da und vertritt die Republik Österreich. Natürlich auf
Achse. Zusammen mit Brigitte und Herbert Beckenbauer haben sie sich weder
von Regen, Graupel noch Nebel aufhalten lassen und sind über den Feldberg
gut bei uns angekommen.
Silke und Hansi Proehl kommen ganz aus Wolfsburg und sind wie immer dabei.
Familie Blume aus Reinhardshagen, Bernhard mit seinem Freund Helmut, der
seinen Helm in Bautzen liegen gelassen hat, Stephan aus dem bayrischen Wald,
das Ruhrgebiet ist vertreten und natürlich der NSU Zirkel aus dem Raum
Odenwald, Heilbronn / Sinsheim. Viele bekannte, aber auch einige neue
Gesichter haben sich eingefunden.
Ich halte meine Rede und anschließend wird das Wiedersehen gefeiert. Familie Brockmann und das Siegle Team haben den Grill gut im Griff. Nach einer schmackhaften Stärkung klingen die Gläser bis tief in die Nacht, die Erlebnisse des Einen und Anderen aus dem vergangenen Jahr und die Schilderungen der Eigenheiten unserer Konsul vermögen die Anwesenden immer aufs Neue zu fesseln.
Ein Blick in den Schuppen eröffnet die ganze Faszination der Marke Konsul:
Hier stehen die beiden Farbkleckse von Rudi und Erich, aber auch die
wunderbar restaurierten Maschinen von Frank, Bernhard und Hansi. Neugierig
schleicht man um die Auspufftöpfe des sächsischen Eigenbaus herum und
registriert, dass sie kein Innenleben haben.
Wie das wohl morgen klingen mag? Und wird das Wetter halten?
Mit diesen Fragen im Gepäck zerstreut sich die Konsulgemeinde um die
Mitternachtsstunde, um in ihren Unterkünften, verteilt in Badenweiler,
Schlaf zu finden und Kraft zu tanken für die morgige Ausfahrt.
Ich wache bereits um 5 Uhr auf, ich gebe zu - etwas nervös, und schaue aus
dem Fenster. Es ist trocken. Der Himmel ist grau in grau. Hoffentlich zeigt
sich unser schöner Schwarzwald heute in seinem Festgewand. Die Hoffnung
bleibt wage.
Um 9 Uhr 30 ist der Fototermin auf dem Schlossplatz anberaumt. Pünktlich zu
dem Termin fängt es an zu tröpfeln. Man hört sie aus allen Richtungen
anfahren. Ein toller Klang durchfährt den Ort. Bernhards Maschine hat ein
mächtiges Getöse.
Die Meisten sind regentauglich ausgerüstet, nur hier und da nehme ich aus
den Augenwinkeln eine Jeans oder Halbschuhe wahr. Es zieht sich mehr und
mehr zusammen. Die Wolken hängen tief und die Mauersegler sind ganz nah.
Kein gutes Zeichen. Auf dem Schlossplatz angekommen, sind meine Tour Guides
bereits da. Was bin ich froh. Wolfgang, Werner, Rudolf, Heinz und Rainer,
Alle hatten mir spontan letztes Wochenende in Schlächtenhaus zugesagt, aber
auch mit einem Augenzwinkern angefügt: „Bei Regen fahren wir aber nicht“.
Jetzt waren sie trotz alledem gekommen. Super!
Aufstellung zum Foto. Das Tröpfeln wird stärker. Alle wollen trotzdem
fahren. Konsulanten hält nichts auf. Dann der Startschuss von Freund Axel.
Die Motoren beginnen zu donnern. Los geht´s.
Über 30 Maschinen und ihre tapferen Fahrer, Beifahrer und Beifahrerinnen
machen sich auf, der Witterung zu trotzen. Erst an unserem ersten Rastpunkt
erfahre ich, dass unserem Generalkonsul Walter Krämer beim Anfahren die
Ankerplatte seiner Trommelbremse geplatzt ist. Zum Glück ist es ihm am Start
passiert und nicht auf einer der Abfahrten im Schwarzwald, werde ich später
denken. Außerdem konnte Walter sein Mittagessen mit trockener Hose
einnehmen, im Gegensatz zu uns, wie wir noch später sehen werden.

Von Badenweiler geht es Richtung Kandern am Fuße des Schwarzwaldes entlang.
Linker Hand ist der Blick in die Rheinebene durch Dunst versperrt. Schade.
Hauptsache der Regen wird nicht stärker. Doch der Regen wird immer
schlimmer. Ich fahre voraus. Über die Kuppe der Johannisbreite hinaus liegt
Sitzenkirch schemenhaft vor uns. Was ist das sonst für ein lieblicher
Anblick. Die Sausenburg ist gar ganz im Nebel verschwunden. Wir passieren
Kandern. Die erste relevante Kreuzung ist nicht gesperrt. Die Autos müssen
hinter uns sein. Jetzt, die kleine Scheideck hinauf, eine meiner Lieblings-
Strecken, wenn sich die Konsul scheinbar mühelos in die engen Kurven beißt,
aber im Regen ist es auf dem Zweirad eine neue Erfahrung.
An der schönen Steinkirche in Schlächtenhaus vorbei, die so markant auf
ihrem Hügel steht, wird mir klar, wir sind gut in der Zeit. Sorgen mache ich
mir langsam um die zwei Hirsche, die meine Beine umschließen. An den Knien
und Schienbeinen wird es allmählich nass. Ganz zu schweigen von meinen Camel
Boots, die nach Reinhardshagen wohl repariert, heute doch hoffentlich die
Strapazen überstehen werden.
Da fällt mir Werner ein, der zum ersten Mal mit seiner Konsul zu einem
Treffen angereist ist, in Begleitung seiner zwei Jungs auf Neuzeitmaschinen.
Doch im Gegensatz zu ihnen habe ich ihn heute morgen in Jeans vorfahren
sehen, genauso Stephan in Jeans und Halbschuhen. Wie mag es ihnen da hinten
jetzt gehen?
Wir fahren das kleine Wiesental hinauf, Richtung Neuenweg. Die kleine Wiese
begleitet uns und ist heute ein reißender Bach. Ich hoffe, dass der Regen
nach jeder Kurve aufhören möge, aber er tut uns nicht den Gefallen. Zwischen
den schwarzen Tannen an den Talhängen ziehen Nebelschwaden. Es sieht
gespenstisch aus. Wir kommen an dem schönen Mühlenrad vorbei und es scheint
sich heute schneller zu drehen als sonst. Der Ziegenbock in Niedertegernau
ist auch nicht auf seinem angestammten Platz auf dem Plastikstuh,l und die
kleinen Ortschaften scheinen menschenleer.Ob man sich hinter den Gardinen,
im Trockenen, wohl Gedanken macht, was diese Unentwegten heute bloß den
Schwarzwald hinauf treibt?
Wir sind in Neuenweg angekommen. Unsere Straßensperre funktioniert und wir
werden gefilmt. Für eine Oscarnominierung wird es wohl nicht reichen.
Aus dem Ort heraus, fahren wir auf das Belchen Massiv zu. Nur der Herr zeigt
sich heute nicht und liegt komplett hinter einer grauen Wand versteckt.
Sehe ich da ganz oben auf einmal etwa eine helle Stelle? Etwas Sonne hervor
schimmern? Vielleicht haben wir Glück und kommen noch durch diese
Wolkendecke hindurch.
Abwärts geht´s nach Schönau. Die Heimatstadt unseres Bundestrainers. Ein
großes Plakat wünscht ihm und der Mannschaft Glück. Doch seit gestern wird
er sich wohl so fühlen, wie wir jetzt.
In Schönau wird getankt. Das Dröhnen der Motoren hallt wieder von der
Überdachung der Tankstelle. Ich gucke in die Gesichter und sehe zu meinem
Erstaunen kein Wehklagen, keine Verzweifelung oder Unzufriedenheit. Ganz im
Gegenteil, meine ich sogar ein leises Lächeln zu erkennen. Alle Achtung,
denke ich, unerschütterliche Frauen und Männer, vor allem die Frauen.
Aber wir müssen noch den finalen Anstieg hinauf. Franz hat beim Start
Zündprobleme, aber er ist ein alter Hase und holt uns wieder ein. Jetzt sind
auch die Autos wieder bei uns und unsere Fangemeinde sperrt für uns die
nächste Kreuzung und feuert uns an.
Es geht hinauf zum Wiedener- Eck. Verträumt liegt es da, das Wieden, selbst
heute, als der Himmel alle Tore aufgemacht zu haben scheint. Ich merke, wie
das Wasser von beiden Seiten des Schuhs nun unter der Sohle zusammen findet.
Auch die Oberschenkel sind jetzt durch. Mit einem Wort ich bin bis auf die
Haut nass. Eine Erfahrung macht man jetzt beiläufig: Warmer Regen im Tal ist
weitaus angenehmer als der auf über 1000 Meter Höhe.
Durch Wieden und nach Wieden geht es in Serpentinen den Berg hinauf. Wie ich
mich vor Wochen auf diesen Anblick gefreut habe, alle hinter mir, wie Perlen
auf einer Schnur, im Sonnenschein, stampfen sie dem Berg entgegen. Heute
kämpft sich die Gruppe tapfer durch die Dunstschleier. Solos, Sozii,
Gespanne, alle trotzen den widrigen Umständen. Hier und da sehe ich eine
gelbe Weste. Die Tourguides machen einen tollen Job.
Nach dem Wiedener- Eck ist meine Hoffnung erloschen, dass wir noch in die
Sonne fahren. Es wird immer kälter. Petra Blume misst nachher an der
Talstation der Belchen- Bahn noch 3,5° Celsius! Wilhelm fährt ohne
Handschuhe. Wie macht er das bloß?
Noch einmal über die Hohe Tann. Ich sehe kurzzeitig gar nix mehr. Endlich
sind wir an der Talstation der Belchen- Bahn angelangt. Bei Werner geht nix
mehr. Die Jeans hängt durch nass an ihm herunter und wir schicken ihn mit
Tourguide Werner gen Badenweiler.
Stephan, Bernhard und ich klappern mit den Zähnen um die Wette und
spätestens jetzt weiß ich, dass ich zum nächsten Treffen eine vernünftige
Ausrüstung haben werde. Auf dem Weg zur Gipfelstation sitzen wir mit Dörte
und Günther und unserem Chopperfahrer Peter nebst Frau Nicole in der
Seilbahn zusammen. Günther bringt es mit seiner trockenen Art auf den Punkt:
„Du Schatz meine Frisur ist leider im Eimer“.
Oben angelangt, gibt es weder schöne Schwarzwald Täler ringsherum noch
Alpensicht zu bewundern, dafür wird sich mit einer warmen Suppe,
Maultaschen, Schäufele und viel, viel heißem Tee wieder etwas aufgewärmt.
Ich bin erleichtert und froh, denn die Stimmung ist immer noch gut. Die
Helden der Ausfahrt scheint nichts unterzukriegen. Günter und Waltraud
sitzen ruhig vor ihrer Suppe, schauen aus dem Fenster und bedauern gar die
Wanderer, die sich gegen Wind und Regen den Bergpfad hinauf quälen. Hier und
da wird aber doch die vorsichtige Bitte formuliert, den kürzesten Rückweg zu
wählen. Auf jeden Fall, der war sowieso geplant.
Welche Freude, als auf einmal Elke und Christoph Missy hereinschneien, die
erst unentschlossen aufgrund der Witterung waren, uns dann aber doch
nachgefahren sind, uns gefunden und eingeholt haben und nun mit uns die
Suppe, sowohl im Belchen-Haus, als auch auf der Abfahrt gemeinsam auslöffeln
wollen.
Franz bekommt von seiner Ingrid noch den Regenkombi verpasst. „Er ist ja so
stur ;-) und will zuerst immer nicht hören“.
Dann geht es den Belchen hinab. Wir stürzen uns in halsbrecherischer Fahrt
vom Wiedener-Eck hinab ins Münstertal. Der Scharfenfelsen bekommt heute auch
nicht seine Aufmerksamkeit, bis auf Rudis Bremse, die sich hier festsetzt,
die er aber nach einigen hundert Metern zum Glück wieder lösen kann. Sonst
passiert nichts. Die Maschinen halten und alle Fahrer spielen ihre ganze
Routine und ihr ganzes Können aus.
Die Schönheit des Münstertals, mit dem sehenswerten Kloster St. Trudpert
fliegt an uns vorbei. Alle wollen nach Hause. Und hier kommen auch alle,
nach Vorbeifahrt an den idyllischen Weinorten Laufen und Britzingen,
wohlbehalten an. Pünktlich zum Abstellen der Motoren reißt der Himmel auf
und ein paar wohltuende Sonnenstrahlen erwärmen das Gemüt, nicht aber die
Gliedmaßen. Das muss gleich die heiße Dusche besorgen.
Auf dem Parkplatz steht bereits Erich Krinke und erwartet uns. Sein
Zitronenfalter fliegt nicht bei Regen, wie er mir sagt. Und wer kann es ihm
heute verdenken?
Ich schaue mich um - sehe, wie Handschuhe ausgewrungen und Stiefel voll
Wasser ausgekippt werden. Ich erblicke aber auch viele strahlende Gesichter
und Frank, der mir auf die Schulter klopft und sagt: „Tolle Gegend, tolle
Strecke“.
Und vor allem sehe ich die Fahrerinnen und Beifahrerinnen, die ab- oder
aussteigen, sich einmal schütteln und dastehen, als wäre nix gewesen.
Liebe Konsulantinnen und Konsulanten, ich möchte an dieser Stelle sagen, ich bin stolz auf Euch und stolz darauf, in Eurer Gemeinschaft mitfahren zu dürfen. Martin
Nach einer heißen Dusche und vorsorglich eingenommenen Gripp- Heel Tabletten
geht's ins benachbarte Hotel Eckerlin zu unserem Abschiedsabend. Die
Strapazen scheinen vergessen und in gewohnt lockerer und unterhaltsamer
Runde, bei einem reichhaltigen Büfett, werden schon wieder die
Tageserlebnisse zum Besten gegeben.
Und fast scheint es, dass Badenweiler etwas wiedergutmachen möchte: Bei
Einbruch der Dunkelheit gibt es - von der Burg Baden herunter - das bekannte
und sehr geschätzte Feuerwerk mit Musik.
Anmerkung des Webmasters: Leider konnte ich wieder nicht dabei sein. Recht zügig schickte mir Martin seine Bilder und den Bericht, damit ich ihn hier gleich reinsetzen kann. Dazu war ich allerdings nicht sofort fähig.
Diese Story und die Bilder gibt es auch auf der Website des Radhotel Siegle (www.radhotelsiegle-badenweiler.de). Dort gibt's auch einen Link, der zu einer Bildergalerie führt. Als Passwort wird Konsul2010 verlangt.
Martins Resümee:
Am
nächsten Morgen fiel die Verabschiedung schwer und mit Wehmut fasste man die
Erkenntnis, wie schnell doch so ein Wochenende wieder vorbei gegangen ist.
Wir hoffen Ihr seid alle wieder gut zu Hause angekommen und freuen uns sehr,
Euch bald wieder zu sehen, spätestens natürlich 2011 im Bayerischen Wald
und sagen liebe und mittlerweile sonnige
Grüße aus
Badenweiler ...
von
Sandra und Martin Bünz
Konsul-Treffen 2004 in Mindelheim
Franz Hubers Gedanken, Notizen und Bilder
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Abfahrt Freitag den 18.06.04. Noch bin ich zuhause in Hallein in Österreich, unweit von Salzburg. Wir haben sechs Uhr morgens und es regnet stark. Um neun Uhr regnet es immer noch. Trotzdem geht’s los, das Wetter wird sowieso nicht besser! Rein in die Regenkombi, aufi auf die Konsul und ab nach Mindelheim. Gefahren wird nach „Tele map“ Routenplaner.
So um 12.00 Uhr hänge ich im Kreisverkehr Miesbach. Nichts ist so angeschrieben wie im Routenplaner. Nach 15 Kilometern kommt der Verdacht auf, dass da was nicht stimmen kann. Falschgefahren! So ein Mist auch, auf dem aufgeweichten Rutenplan ist nichts mehr richtig lesbar und ich muss trotzdem weiter. Etwa 10 Kilometer vor Mindelheim gibt’s endlich Sonnenschein. Also raus aus der Regenkombi und weiter.
Ankunft Die Burggaststätte St. Georgenberg erreiche ich mit der Konsul so gegen 15.00 Uhr. Herbert Beckenbauer & Co (& Consulanten?) kommen zur Begrüßung auf mich zu. Es dauert nicht lange, da drückt mir der Walter Krämer einen Zettel in die Hand und sagt: „Bitte ausfüllen. Ich mache morgen Temperaturmessungen am Motor, um zu lokalisieren wo die Probleme am Zylinderkopf herkommen und welche Mittel dagegen wirksam sind!“ Den Kugelschreiber in der Hand muss ich allerdings feststellen, dass mir die 300 km auf der Konsul noch schwer in den Knochen Stecken.
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Ausfahrt Samstagmorgen 11.00 Uhr: Wir starten zur gemeinsamen Ausfahrt in den Unterallgäu. Herbert und Brigitte Beckenbauer haben sie super organisiert. In der Pause bekommen wir neben allerlei Kuchen auch eine ganz spezielle NSU-Käsesahnetorte (siehe Foto).
Bei der Anfahrt zum Aussichtsberg (kann mich nicht mehr erinnern wie der heißt) gibt’s ein bekanntes Geräusch vom Motor: Die Zylinderkopfdichtung bläst durch!
Am Abend beim gemütlichen Beisammensein in der Burggaststätte, lerne ich das Konsul-Lied kennen und bei teils tiefsinnigen Gesprächen erläutert man mir, mit welchen Kuren ich das Problem der durchbrennenden Kopfdichtung in den Griff kriege.
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Heimfahrt Sonntag: 8.00 Uhr: Zylinderkopf nachziehen und ab nach Hallein bei Regen!
Im Kreisverkehr Miesbach geht’s wieder in die falsche Richtung. Bis Bad Tölz hält sich der Regen in Grenzen … aber dann: Pkw fahren nur noch 60 Km/h. Die Spurrillen sind mit Wasser gefüllt und die Konsul verschluckt sich des öfteren.
Bei Kössen pfeift die Konsul wie ein Kanarienvogel! Es gelingt mir zum Glück noch mal den Kopf halbwegs dicht zubekommen. Der Thermometer an der Tankstelle zeigt +8 ° Celsius und im Rucksack steht das Wasser. Mir ist kalt wie schon lange nicht mehr!!! Um 15.00 Uhr bin ich wieder daheim in Hallein.
Resümee eines Erstteilnehmers Ein Treffen Mit Herz & Verstand organisiert. Selten so gelacht, besonders mit den Odenwäldern. Super Infos zu sinnvollen technischen Lösungen. Herzlichen Dank an Brigitte & Herbert Beckenbauer und deren Helfer für dieses super organisierte Treffen
Kontaktaufnahme durch Anklicken des Namens
Heiße Sache
NSU-Konsul Treffen 2003
>>>>Pictures of / Bilder vom Konsultreffen 2003 in Speyer
.auch bei/also at www.NSU-Tradition.de .
Text: Horst Heiler
Erstmalig in der Geschichte unserer Zusammenkünfte nutzten wir in der Vorbereitungszeit des Treffens das Internet zur Verbreitung des Termins. Seit Januar 2003 stand uns sogar diese Homepage zur Verfügung. Zusätzlich wurden alle uns bekannten Konsul Besitzer per Post angeschrieben. Auch die Ausländischen... Unsere Freunde aus Österreich, Erwin Keplinger und Max Oberbauer, hatten sich schon im Januar ihr Quartier im Museumshotel reserviert. Ein Konsul-Fahrer aus Schweden musste kurzfristig absagen. Trotzdem schafften es diesmal 36 NSU-Konsul auf das Veranstaltungsgelände des Technik Museums Speyer. Eine Ausfahrt in die schattenspendenden Pfälzer Berge, stellte sich im ersten heißen Wochenende des Jahres, bei weit über 30° C, als die richtige Wahl heraus...
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